Der Start in die Musik: das Klavier

Published On 16. August 2013 » 4053 Views» By Olaf » Musikproduktion

Oft wird man als Musikproduzent ja von Eltern der vermeintlich kommenden Stars oder den Jungmusikern selber gefragt wie der ideale Einstieg in die Musikproduktion aussieht und was man so als Vollblutmusiker für den Einstieg empfehlen würde. Oft wird ja direkt suggeriert, dass ein eigenes Musikstudio direkt am Anfang stehen muss – ich meine NEIN!

Bei mir ist die Antwort dann immer identisch, denn ich halte absolut nichts davon, dass man mit einem Computer und einer DAW beginnt, sondern wenn man ernsthaft Musik machen möchte, dann muss man die Grundlagen zuerst verstehen und vor allem beherrschen.

Ein Klavier ist entsprechend das ideale Einstiegsinstrument, denn es ist nicht gerade trivial und bietet in einem nicht elektronischen Instrument sehr vielseitige Möglichkeiten um sich perfekt auf die spätere Musikproduktion vorzubereiten, denn das Klavier fördert neben der einfachen Klanglehre auch das Rhythmusgefühl und die Fähigkeit über Lautstärkeverhältnisse unterschiedliche Melodieläufe gegeneinander abzugrenzen. Auch kann hier das selbstständige Komponieren erlernt werden und das Gedächtnis für die selbst erfundenen Melodien wird geschult.

Wer mit dem Klavier in die Musik einsteigt, der sollte sich in meinen Augen ein klassisches Klavier zulegen, dass ja auch oft von der ganzen Familie genutzt werden kann. Nachdem das Klavier geliefert und aufgestellt wurde, sollte es zunächst gestimmt werden (aber erst, wenn es sich ein paar Tage an die Wohnung gewöhnt hat). Einen professionellen Klavierstimmer beauftragen, der dann vor Ort das Klavier entsprechend stimmt, ist heute kein Problem und auch nicht so teuer. Erst hiernach ist das Klavier entsprechend einsetzbar, denn wer will schon schiefe Töne hören.

In jedem Falle sollte man entsprechend erste Basis Unterrichtsstunden nehmen und dies idealerweise am eigenen Klavier. Auch wenn es die Mitbewohner im Haus nervt, es sollte immer wieder geübt werden, denn nur so kann man die Fähigkeiten weiter ausbilden. Von nachgespielten Liedern geht es irgendwann hin zur eigenen Komposition und hier lernt man am Klavier die Konzentration auf das wesentliche, d.h. die tragende Melodie.

Irgendwann kann dann der Schritt hin zu einer DAW, wie AVID Pro Tools gewagt werden, mit der man dann entsprechend die Mehrspuraufnahme lernt und später auch das Mischen. Auch hier helfen die Grundlagen aus dem Klavierunterricht, denn mit der DAW ist es möglich parallel mehrere Spuren abzuspielen, die aber klanglich sauber getrennt sein müssen. Diese Hörgrundlagen werden am Klavier sehr gut geschult. Das einspielen über ein MIDI Keyboard ist ja auch dem Klavierspiel sehr ähnlich, so dass man schnell einen Einstieg in die DAW basierte Musikproduktion findet und zügig brauchbare Ergebnisse erzielen kann, so dass die Motivation erhalten bleibt.

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... ist zugleich Musikproduzent, Rennradsportler auf langen Distanzen, begeisterter Hobbykoch, Grill-Enthusiast und Familienvater. Er begeistert sich zudem für viele Dinge rund um Musik, Essen, Wein, Holzhaus- und Blockhausbau sowie Online Marketing und eCommerce.

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