Fleche Allemagne 2008

Published On 3. Mai 2008 » 1573 Views» By Olaf » Rennen

Der Fleche Allemagne ist kein wirkliches Rennen, sondern eine Sternfahrt von 3 bis 5 Personenteams von einem beliebigen Ort zur Wartburg in Eisenach. Es gibt die Vorgabe, dass der Start am 01.05. um 09:00 Uhr stattfindet und das Ziel in Eisenach auf der Wartburg am 02.05. zwischen 08:00 und 09:00 Uhr von mindestens drei Fahrern erreicht werden muss, die zwischen 07:00 Uhr und Zielankunft mindestens 25 km inkl. dem Schlußanstieg zurückgelegt haben müssen. Um in die Wertung zu kommen müssen die restlichen Fahrer dann bis 12:00 Uhr ankommen und die selbe Strecke gefahren sein.

IMG_0643Unser Team bestand aus Torsten Walter, Ullrich Bechtoldt, Martin Weber und Olaf Schmitz. Olaf hatte im Vorfeld die Strecke mittels GPS geplant und allen wunschgemäß eine ganz flache Route mit knapp 420 km versprochen.

Die Route startete in Wesseling, führte am Rhein entlang bis hinter Neuwied und dann ab Lahnstein die Lahn entlang bis zum Edersee. Ab hier entlang der Fulda zur Wartburg – alles ganz flach laut Plan. Am Ende waren es über 4.000 Höhenmeter.

Der Start in Wesseling erfolgte kurz nach 09:00 Uhr bei gutem Wetter.

Von Wesseling ging es zunächst den Rhein entlang Richtung Bonn und hier durch die nördliche Altstadt, über die Kennedybrücke und dann entsprechend rechtsrheinisch über Bad Honnef nach Bad Hönningen. Hier sollte das Begleitfahrzeug erstmals warten mit Verpflegung, aber das Tempo der Gruppe konnte vom Fahrzeug anscheinend nicht gehalten werden, so dass ein erstes Treffen erst vor Neuwied erfolgte. Torsten Walter gab meistens vorne den Windschatten vor und alle fuhren mit ordentlich Druck – es wurde schon spekuliert, wieviele Extrarunden wir drehen könnten, um am Ziel mehr Kilometer aufzuweisen.

IMG_0653In Neuwied kam dann der erste kleine Regenschauer. Kaum hatten wir unter einer Unterführung alle die Regenjacken angezogen, war der Regen vorbei. Wenige Kilometer später in Braudorf bei km 98 haben wir dann eine Pizza gegessen, die Olaf die nächsten 200 km schwer beschäftigt hat.

Seltsamerweise kam dann nach Brauweiler direkt ein Anstieg von über 300 Höhenmeter und es folgte hier Steigung an Steigung. DAS WAR SO NICHT GEPLANT! Schnell hatten wir bei 130 km schon 1.000 Höhenmeter gemacht und deutlich Zeit verloren – vor allem Olaf hing öfter hinter der Gruppe und kämpfte um Anschluß – anscheinend Heuschnupfen und vor allem die Pizza drückten den Schnitt.

An der Lahn entlang haben wir dann des öfteren angetrunkene Maifeierer getroffen. In Limburg haben wir Wasser und Kaffee von einem Freund von Torsten Walter erhalten.

Auch ein mitten auf dem Radweg hinter Limburg aufgebautes Fest mit mehreren Festzelten und hunderten betrunkenen Personen hat uns einiges an Zeit gekostet. Zum Glück hatte hier keiner einen Defekt.

Von Limburg ging es nach Marburg und kurz vor Marburg haben wir bereits den Stop zur Nacht eingelegt und uns umgerüstet. Das Begleitfahrzeug hat uns hier auch verlassen und ist direkt nach Eisenach, denn auch Karen – unsere Helferin – musste schließlich einmal schlafen. Wir haben darauf verzichtet.

IMG_0676In Marburg hatten wir schon eher die Sorge, dass Ziel noch pünktlich zu erreichen. Wir haben hier auch noch einen kleinen Espressostop bei einer befreundeten Familie von Martin Weber eingelegt.

Nun ging es im Eiltempo durch die Nacht Richtung Edersee. Der Garmin eTrex Vista hat gute Dienste geleistet und die Route gewiesen, wobei auch Martin den Weg kannte. Irgendwo zwischen Marburg, Frankenberg und dem Edersee haben wir dann 30 Extrakilometer gemacht – vielleicht an der Baustelle wo wir fast einen Kilometer durch eine Vollsperrung schieben mussten und alle Defektfrei durch kamen – vielleicht auch woanders.

Am Edersee haben wir dann lange nach einer Möglichkeit gesucht unsere Kontrollkarten zu stempeln – alles war Menschenleer. Als wir die Hoffnung schon aufgegeben hatten, haben wir etwas abseits der Strecke eine kleine Kneipe mit 3 Gästen und den beiden Wirten entdeckt, die leicht angetrunken bereits ALIENS in uns vermuteten als wir um 2:30 Uhr die Kneipe betraten. Selten wurde so gelacht – einige Sprüche werden sicherlich legendär bleiben, wie „der Frosch schläft!“ – gemünzt auf unseren Ulli der im grünen Shirt seinen Kopf auf dem Tisch ablegte.

IMG_0679Mit der Mahnung „fahrt niemals durch die Kasseler Berge“ verließen wir den lustigen Haufen und starteten auf die letzten Kilometer des Fleche Allemagne durch ein ziemlich welliges Terrain.

Kurz vor Bebra haben wir bei km 410 die ersten anderen Teilnehmer Teams des Fleche Allemagne getroffen, die alle so um die 340 km zurückgelegt hatten – wir waren also gut unterwegs. Planmäßig haben wir exakt und ehrlich um 07:00 den letzten Stop eingelegt – wohingegen andere sich wohl 07:00 haben aufschreiben lassen und schon länger durch die Kontrolle waren. Wir sind dann auch wirklich den kürzesten Weg gefahren und nicht entlang dem Flusslauf, so dass wir nochmals 450 Höhenmeter vor der Wartburg absolviert hatten. Die letzten 100 Meter zur Burg wurden dann geschoben – vorher die Schuhe aus, da der über 20% Anstieg auf Kopfsteinpflaster eine reine Rutschtour war. Um 08:40 waren wir oben.

Die Duschen haben wir etwas länger gesucht, aber dank des Spürsinns unseres Ullis auch schließlich gefunden. Das Essen und die Fleche Allemagne Abschlussfeier haben wir dann bis 14:00 Uhr noch besucht und sind dann per PKW nach Hause gefahren worden. Fünf Personen und vier Räder in einem VAN sind auch ein reizvoller Abschluß für den Fleche Allemagne.

4.223 Höhenmeter, 456 km waren bewältigt. Wir haben oft gestanden, sind gut und pünktlich durchgekommen und waren alle zufrieden. Ein tolles Team, dass immer noch miteinander kommuniziert und sicherlich noch ab und an zusammen fahren wird.

IMG_0678Ergebnis

In 18:45 Stunden Fahrzeit und insgesamt 23:40 Stunden ist das Team bestehen aus Torsten Walter, Ullrich Bechtold, Martin Weber und Olaf Schmitz die 456 km von Wesseling zur Wartburg gefahren. Hierbei wurden 4.223 Höhenmeter bewältigt.

Eine Wertung und Platzierung der 42 Team gibt es nicht – jedoch dürfte das Team in den Top 10 gelandet sein. Die drei Top Teams haben jeweils 600 km zurückgelegt, allerdings alle jeweils kleine Regelfehler begangen. Teams mit mehr als 500 km gab es nur noch eines. Die meisten lagen bei 370 bis 390 km.

 

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... ist zugleich Musikproduzent, Rennradsportler auf langen Distanzen, begeisterter Hobbykoch, Grill-Enthusiast und Familienvater. Er begeistert sich zudem für viele Dinge rund um Musik, Essen, Wein, Holzhaus- und Blockhausbau sowie Online Marketing und eCommerce.

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