PBP – Paris Brest Paris 2007

Published On 24. August 2007 » 1531 Views» By Olaf » Rennen

Der Start war schon hart. 3000 Teilnehmer der 90 Stunden Staffel wurden auf eine Aschebahn gequetscht – die Räder mit dabei. Es war an Radtechnik alles dabei, von verspielt (wie Lightweight Felgen). Dann wurde das Licht kontrolliert, die Startbücher gestempelt und in 500er Gruppen alles 15 min ab 21.30 Uhr gestartet. Etliche hatten Begleitfahrzeuge an der Strecke und daher auch wenig dabei, andere haben ihren Hausstand eingepackt. Alle waren sehr gut vorbereitet.

vor dem Start in Pari

vor dem Start in Pari

Exakt mit dem Startschuss für meine Gruppe um 22.05 Uhr kam der Regen und leider hörte dieser die Nacht über nur ab und an kurz auf – auch tags war es nicht besser. Ich hatte viele Stops um die Regenjacke an und auszuziehen. Immer wieder die kurzen, heftigen Schauer. Eine grosse Hilfe war die GoreWindWeste, die gleichzeitig Regen abhält und reflektiert. Diese hatte ich wegen der Reflektion über der Regenjacke an. Der Gegenwind kam erst auf der Hälfte der Strecke Richtung Brest – zum Glück.

Die ersten 80 km sind gemütlich, wenige Wellen. Dann aber kommen die Hügel, leider andere als wir kennen, einfach länger und steiler. Halt kleine Berge mit allem was dazu gehört. Der Regen machte mir zusätzlich zu schaffen.

Immer wieder konnte man sich kleinen Gruppen anschließen, die allerdings in jedem Ort wieder auseinanderfielen, da einige eine Rast einschoben. Auf die Distanz von 1.230 km gesehen kam ich kaum voran und hatte schon bei km 400 die erste Müdigkeit – dies getrieben durch die langen Stops an den Kontrollen.

Die ersten Kontrollen waren problemlos zu schaffen. Auch einen Platten mitten in der Prärie habe ich gut gelöst bekommen, indem ich erst immer wieder kurz gepumpt habe um in den nächsten Ort zu kommen. An einem einsamen Haus habe ich dann morgens um 3:30 Uhr geflickt und der Hausbesitzer kam heraus und wollte mir helfen.

Startaufstellung der ersten Gruppe

Startaufstellung der ersten Gruppe

Der ständige Regen setzte mir stark zu. Ich konnte nicht wie geplant irgendwo am Streckenrand schlafen und die Betten der Organisation waren hoffnungslos überlastet. Teils stand das Wasser auf der Strasse und in den Abfahrten musste man gehörig aufpassen.

Ich hatte mir vorgenommen, möglichst lange nicht zu schlafen. Das hat trotz der Belastung 35 Stunden lang ohne Probleme geklappt (und da ich den Tag vor dem Start auch nicht geschlaffen habe eigentlich sogar 49 Stunden). Ich sah auch immer fit aus und hatte keine Probleme, bis auf die Energieversorgung der Beine. Da kam absolut nix an. Noch nicht mal Vitamine habe ich genommen. Vermutlich wird bei nicht eingehaltenem Rhythmus nichts mehr planmäßig versorgt.

Hier muss ich für die langen Strecken mehr testen. Es muß Ziel bleiben eine immer höhere Leistung über mehr als 24 Stunden konstant zu erbringen – auch muss mehr mit der Nahrung experimentiert werden. Der Körper regeneriert auch während der Belastung immer wieder – was man eigentlich kaum glauben würde.

Ich habe demnach in Brest aufgegeben (nach 35 Stunden), da ich keinen Schlafplatz gefunden hab, der mir genehm war und da ich ziemlich platt war. Ich bin dann zu einem 60 km entfernten PKW Verleiher gefahren und dann mit dem Wagen nach Paris, wo ich nach einem kurzen Essen erschöpft ins Bett gefallen bin und erst einmal 9 Stunden geschlafen habe.

Start in Paris

Start in Paris

Herauszuheben sind die Teilnehmer und auch Organisatoren. Viele Teilnehmer waren kommunikativ – ich hatte nie ein Problem. Und alle Autofahrer hier in Frankreich seinen gelobt: KEINER hat gehubt und keiner hat mich oder Andere behindert. Das Essen musste man zahlen, aber es gab endlos Freiwillige auf den Strassen, die jubelten wenn man vorbei fuhr und die auch Getränke etc. verschenken. Ich bin begeistert und werde es wohl 2011 wieder probieren.

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Startaufstellung der ersten Gruppe

Startaufstellung der ersten Gruppe

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... ist zugleich Musikproduzent, Rennradsportler auf langen Distanzen, begeisterter Hobbykoch, Grill-Enthusiast und Familienvater. Er begeistert sich zudem für viele Dinge rund um Musik, Essen, Wein, Holzhaus- und Blockhausbau sowie Online Marketing und eCommerce.

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