Rad am Ring – 24 Stunden solo – 2007

Published On 31. Juli 2007 » 1623 Views» By Olaf » Rennen

Ich hatte mir für Rad am Ring über 20 Runden vorgenommen auf dem knapp 23 km Rundkurs mit je 505 Höhenmetern. Ich wollte nicht überdrehen, sondern Rad am Ring wie auch der Alpenbrevet in der folgenden Woche sollten jeweils Kraftausdauer Programm sein und mich fit machen für Paris-Brest-Paris. Einen richtigen Höhepunkt habe ich dieses Jahr nicht, es geht mehr um Training und um hohe Lasten, so dass ich ja in der Paris-Brest-Paris Woche auch noch den Ötztaler Radmarathon fahre.

Das Wetter war top. Am Samstag um 12:08 ging es bei über 25 Grad ein wenig früher als geplant los, da die Mountainbiker zu schnell waren und sonst durch die Startaufstellung der 24 Stunden Radler hätten durch fahren müssen. Neben den tollen Temperaturen war richtiges Bräunungswetter bei Windstille angesagt – also perfekt.

radamring07_3Ich habe mich hinten rein gestellt beim Start, da die 4er Teams vorne ja ordentlich Gas geben und ich mich nicht mitreissen lassen muss und auch nicht im Weg „stehen“ will. Die erste Runde war mit 53 Minuten leicht schneller als geplant – Ziel war es 55 Minuten zu fahren und 5 Minuten zu stehen, das ganze die ersten acht Runden, dann 65 Minuten fahren und bis zu 10 Minuten stehen – es hätten also 22 Runden werden können.

Die ersten vier Runden bin ich mit den BORA Laufrädern gefahren. Mit vorne 34 und hinten 12-25 war ich ordentlich bestückt. Im langen Anstieg wie auch an der Hohen Acht habe ich die ersten beiden Runden jeweils noch mit 68 Touren konstant getreten und kam sehr schnell voran – nach der Hohen Acht auf dem welligen Stück bis zum Ziel habe ich mich immer erholt. Nach der zweiten Runde kam die erste Pause, da zwei Freunde gekommen waren – und die war schon länger als geplant. Meine dritte Anfahrt zur Hohen Acht war dann mit der 34/25 Kombination plötzlich sehr hart – unerwartet. Ich hatte sehr viel getrunken, immer so um die 1,8 Liter pro Runde und auch ordentlich gegessen, aber nach der dritten Hohen Acht – mit 19% immerhin ziemlich steil – war plötzlich keine Energie mehr im Oberschenkel.

Nach Runde drei war dann wieder ein Freund mit Kollege da – wieder etwas zu lange pausiert. Es folgt mit Runde vier immer noch ein Disaster im Berg. Ich habe dann die BORA gegen CXP 33 getauscht, die mit einem 13-29er Kranz ausgestattet waren. Trotzdem hatte ich in den nächsten Runden immer noch ein völlig energieloses Bein. Ich trudelte so über de Strecke.

radamring07_1Ab 21:30 war der Ofen dann immer mehr aus … die Pausen wurden länger und länger, immer wieder kamen Freunde, Lebensgefährtin, Verwandte … und reden machte mehr Spass als langsam fahren. Ich habe dann den Fehler gemacht einfach immer konstant weiter zu fahren, statt einmal etwas länger zu pausieren. Dies habe ich dann nach einem weiteren Besuch um 06:40 Uhr morgens endlich gemacht. Ich habe genau 30 Minuten gestoppt und gesessen ohne Menschen zum reden. Augen zu – die ohnehin schon seit 21:00 Uhr schmerzten, da ich ja in der Woche vorher noch den Kugelschreiber im linken Auge hatte und zunächst gar nichts sehen konnte.

Die halbe Stunde hat geholfen, meine erste Runde hiernach war wieder eine 55er Runde und die nächste nach kurzer Pause auch recht druckvoll mit 57 Minuten. Auch der Pulslauf war nun endlich wie erwartet und gewohnt … er kam in der Hohen Acht auf maximal 155 und sank dann in der Erholungsgraden wieder unter 100 ab. Ich habe dann noch gute Runden gefahren bis zum Ende – nur die letzte Runde habe ich extrem langsam gefahren, um genau nach dem Zielschluss für eine letzte Runde rein zu kommen – es hat aber nicht gereicht, ich war vorher da.

Insgesamt nur 15 Runden gefahren, aber nie abgestiegen. Sechs gute Runden unter einer Stunde und der Rest kann komplett vernachlässigt werden. Der Start und das Ende waren gut. Ich kann also ganz gut regenerieren, aber Dauerlast schien nicht zu gehen. Ich habe drei Kilo im Rennen trotz viel Trinken und Essen abgenommen und dann am nächsten Tag sechs Kilo zugenommen. Vermutlich hat die Augenbehandlung mit Kortison, etc. mich doch ziemlich aus der Bahn geschmissen.

Das ich damit noch Platz 32 von 230 Startern in der Altersklasse 30-40 Jahren hatte, war für mich sehr überraschen. Selbst der Platz 93 in der Gesamtwertung ist eigentlich dieser Leistung nicht wert.

Nachdem ich also probiere im August 2007 so viele schwere Rennen wie möglich hintereinander zu legen, um mich selber einschätzen zu können für einen RAAM Einsatz, bin ich mit Rad am Ring nicht ganz zufrieden. Ich habe zu viele Pausen gemacht – die nicht unbedingt nötig waren. Hätte ich aber einmal deutlich länger gestanden und wäre ansonsten nur mit Flasche-Auftanken durchgefahren, so hätte ich sicherlich mehr Runden geschafft. Die Vorbereitung war mit der Augenverletzung und mit einer beruflich sehr unruhigen Woche extrem schlecht, aber trotzdem hätte man es durchziehen müssen – es fehlte ein wenig die entsprechende Konzentration und damit der Einsatz. Die nächsten drei August-Belastungen müssen nun sitzen.

radamring07_2Ergebnis

Platz 32 in meiner Altersklasse von 230 Startern und Platz 93 in der Gesamtwertung. 15 Runden, 7.565 Höhenmeter, 346 km in 23:06 Stunden. Eigentlich ganz ok, vor dem Hintergrund der Augenverletzung und der Behandlung in der Vorwoche – für mich dennoch enttäuschend.

Tags

About The Author


... ist zugleich Musikproduzent, Rennradsportler auf langen Distanzen, begeisterter Hobbykoch, Grill-Enthusiast und Familienvater. Er begeistert sich zudem für viele Dinge rund um Musik, Essen, Wein, Holzhaus- und Blockhausbau sowie Online Marketing und eCommerce.

Schreibe einen Kommentar